Bericht: Prosoccerkeeper Camp 2015 in Stoke on Trent

Sonntag, den 26. Juni 2015. Schon früh muss ich mich zum Flughafen Zürich begeben, 4 Stunden vor dem Rest der Gruppe. Der Flug war schon ausgebucht, deshalb muss ich über Frankfurt fliegen. Ungefähre Reisezeit, 5 Stunden. Von Zürich nach Frankfurt, von Frankfurt nach Manchester, von Manchester nach Stoke. Als wir endlich in Stoke auf dem Staffordshire University Gelände ankommen, empfängt uns ein gut gelaunter Fred Barber mit seinem Staff. Wir erhalten die Schlüssel zu unserem eigenen Haus mit 6 kleinen Zimmern, einer Dusche, ein Badezimmer und einem grossen Gemeinschaftsraum. Das Schweizerhaus ist bezogen. Der Start zu einer Intensiven Trainingswoche ist gelegt.

Unser Training setzt sich zu Beginn einer solchen Woche wie immer aus Grundlagentraining zusammen. Fussarbeit ist ebenso wichtig wie Bälle fangen. Anstrengend ist nur der Vorname unserer Tranings. Und am Ende des ersten Tages ist man ordentlich kaputt, und die ersten Wehchen zieht schon manchen Torhüter zur Physio, mich selbst einbezogen. Ich habe schon vom ersten Tag an mit Blattern zu kämpfen, bis zum Ende der Woche. Die Stimmung ist gut, und alle haben Spass.

Tag zwei unserer Qualen beginnt mit dem berühmt berüchtigten „Goaliecircuit“. Ein Postenlauf den es mehr als nur in sich hat. Dies ist eine der anstrengendsten Übungen in Freds Repertoire. Von den kleinsten bis zu den Pro’s, alle sind kaputt. Und die kurzen Erholungszeiten müssen voll und ganz ausgenützt werden, denn die zweite Session des zweiten Tages ist genauso anstrengend wie die erste. „Crossing“ ist das Stichwort, Sprungkraft und Flankentraining. Auch hier zeigt Fred keine Gnade, und quält uns fröhlich mit einer weiteren Übung. Die Übung beinhaltet neben vielen anderen Dingen zum krönenden Schluss ein Steigerungsspringen über die „Verkehrstöggeli“ von 1-8 mal beidseitig. Jeder der die Übung kennt, weiss wie anstrengend das Ganze ist. Aber den Qualen in der brütenden Hitze Englands nicht genug, in der Nightsession kramte Fred „The Line“ hervor. Ein Konditionstest und im Allgemeinen als die härteste Übung überhaupt verschrien. Nach diesem Tag war die Schlange vor der Physio noch länger als am Vortag, und sie sollte bis zum Ende der Woche auch nicht kürzer werden.

Am 3. Tag mussten die ersten Teilnehmer aussetzen. Meine Blatter quälte mich soweit, dass ich 1 Tag aussetzen musste, Paul war die ganze Woche von nun an zum Zuschauen verdammt. Am morgen war wieder Flankentraining angesagt, am Nachmittag war „shotstopping“ angesagt, ebenso in der „Nightsession“. Dabei wurde auf die erarbeiteten Grundlagen mit dem „4-yard Goal“ zurückgegriffen. Das „4-yard Goal“ unterteilt das Tor in abschnitte von 4-yards (ca. 3.6 m) und ist eine Technik, mit der das 7 Meter breite Tor mit 4 yards abgedeckt werden kann. Es scheint furchtbar kompliziert, ist aber nach kurzer Angewöhnungszeit ganz einfach. Das 4yard Goal erscheint in allen Übungen von Fred, ist sozusagen das Herzstück seiner Torhüterschule. Die Hitze machte uns weiterhin zu schaffen, und Temperaturen über 30°C war in den ersten 3 Tagen normal.

Der 4. Tag begann wieder mit Shotstopping, die zweite Session, die ich wieder mittun konnte, war „Crossing“. Dabei wurde grosses Augenmerk auf lange Bälle in den Strafraum hinein gelegt. Es war wie gewöhnlich anstrengend. In der Nightsession war „the square“ angesagt. Das Niveau war schon die ganze Woche hoch, es nahmen unter anderem Torhüter wie Jussi Jaaskelainen, Freds Aushängeschild, am diesjährigen Lager Teil. Am Abend kündigten sich mit Regen dann glücklicherweise kühlere Temperaturen an. Zudem wurde die Schlange vor der Physio heute Abend am längsten.

Tag 5. begann mit einer letzten Session „shotstopping“. Es war anstrengend, jedoch überwog der Spassfaktor. Welcher Torhüter würde da nicht Spass haben. Nach dieser Trainingseinheit war dann Packen angesagt, wir verabschiedeten uns von Fred und seinem Staff, und fuhren zurück zum Flughafen. Nach einem 1 ½ Stündigen Direktflug von Manchester nach Zürich kamen wir dann im Glühofen Schweiz an, die Hitzewelle überraschte auch uns, da in England mildere Temperaturen herrschten. Diese Woche war anstrengend, spassig und hat uns allen viel gebracht. Unser Dank geht an Fred und seinen Staff für die Organisation und Durchführung, Stephen für die Organisation der Reise und seinem Engagement.

Schweizer Teilnehmer und Mitreisende: Yanic Traber, Paul Ritter, Alexander Elsener, Manfred Ritter, Stephen Wheeler, Liam Hogan.

Freds Staff: Fred Barber, Vanessa „Ness” James, Neil Edwards “Taff”, Jonathan “Johnny” Barber, Mike Hunt und, Carol unsere Physio.

Teilnehmende Pros: Jussi Jaaskelainen, Ben Garrat (Crewe Alexandra), Chris Weale (Yeovil Town), Paul Rabchuka (Crewe Alexandra).

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